KolorationDas fertige Destillat wird erwärmt. Dazu kommen Färbekräuter wie z.B. Ysop und pontischer Wermut (der nicht so bitter ist wie großer Wermut). Dieser Sud wird für einige Stunden stehen gelassen, so dass sich das Chlorophyll aus den Blättern lösen kann. Die Kräuter werden dann abgefiltert. Das Ergebnis ist ein sattes Grün. Selbstverständlich geben die Färbekräuter zusätzliche Aromen ab und geben dem Absinthe seinen letzten Schliff. Nach diesen Vorgängen wird der Absinthe für ein paar Monate gelagert um zu reifen. Natürlich kolorierter Absinthe kann sich gelblich bis bräunlich verfärben. Das liegt daran, daß Chlorophyll nicht lichtstabil ist. Einige Hersteller haben jedoch eine natürliche Methode gefunden, diese Farbveränderung zu unterbinden. Ebenso kann es zu Sedimentierungen kommen. Sehr feine Schwebstoffe von den Kolorationskräutern können sich am Flaschenboden absetzen, was keine qualitative Bedeutung hat - allerhöchstens ist die Flüssigkeit nicht ganz klar.

Einige der heute hergestellten Absinthe werden mit Lebensmittelfarbe künstlich eingefärbt. Es handelt sich dabei meist um minderwertige Absinthe mit einem vereinfachten Produktionsprozess, der den Absinth aber auch wichtiger geschmacklicher Nuancen beraubt. Heute gibt es Absinthe in allen Farben, was natürlich eher ein zweifelhaftes Licht auf diese Produkte wirft, allerdings scheint es einen Markt dafür zu geben. Marketingtechnisch ist es durchaus nachvollziehbar, denn hat das Auge die Auswahl zwischen einem milchig weißen Getränk und einem knallroten, geht der Fokus in der Regel auf die agressivere Farbe.